07.09.2006: Neonazistische Jugendorganisation Wiking-Jugend (WJ)
Die WJ erzog ?Pimpfe? und ?Jungmädel? geistig und körperlich im Sinne ihres historischen Vorbildes, der Hitler-Jugend. Die Organisation war streng nach dem Führerprinzip gegliedert: unter dem Bund standen die Gaue und Horste, deren Jungen- und Mädchenschaften wiederum von ?Pimpfen? und ?Jungmädeln? gebildet wurden. Die Gauzeichen waren rechteckig (weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund) und nicht identisch mit denen der Hitler-Jugend. Symbol der WJ war ein Adler auf rotem Grund und als zusätzliches Symbol diente die aus dem Germanischen stammende Odal-Rune. Das Verbot der Gruppe schließt ein Verbot der Verwendung der Rune als Gruppensymbol ein.
Die WJ wurde 1952 durch Zusammenschluss verschiedener rechtsgerichteter Jugendgruppen gegründet. Zum Zeitpunkt des Verbots 1994 war die "Wiking Jugend" mit ca. 400 Mitgliedern die stärkste neonazistische Jugendorganisation. Der Schwerpunkt der Tätigkeit der WJ liegt offensichtlich nicht auf dem Gebiet der Jugendpflege, sondern auf politischem Gebiet. Die "Leitsätze" der WJ enthalten ein Bekenntnis zum Volkstums- und Reichsgedanken, zum Aufbau einer nach völkischen Gesichtspunkten gegliederten "Nation Europa" und zum "Sozialismus auf völkischer Grundlage" (Völkische Bewegung; Europa; Nationalbolschewismus).
Die WJ ist eine nach dem Führerprinzip geleitete, einer germanisierenden Nordlandideologie nacheifernde Jugendorganisation, die einen Elitecharakter der "nordischen Rasse" annimmt. Sie empfindet sich in der Tradition der ehemaligen "Hitlerjugend" und pflegt antisemitische und antichristliche Tendenzen sowie zahlreiche Kontakte zu rechtsextremistischen Organisationen. Jährlich werden Zeltlager für Kinder und Jugendliche durchgeführt, unter anderem in Hetendorf das sog. Pfingstlager. Im Oktober 1962 hat der Bundesminister des Innern der WJ das Tragen von Uniformen untersagt, was jede öffentliche Darstellung erschwerte. Publizistisches Organ ist das vierteljährlich erscheinende Kampfblatt "Wikinger", das von primitiver Machart ist. Hinzu kommt ein Pimpfenblatt.
Das Frauenbild der WJ orientiert sich am Nationalsozialismus im Sinne "Germanischer Rassenpflege". Entsprechend ist der Platz, der Mädchen und Frauen in diesem Weltbild zugewiesen wird: "Frauen und Mütter sind und bleiben Lebensträger unseres gesamten Volkes." Die Frau ist zugelassen als Mutter, Krankenschwester, Gefährtin und Gehilfin des Mannes. Der weibliche Nachwuchs ist im "Mädelbund" der WJ organisiert.
Am 8. Juli 1979 nahm die Polizei drei Männer fest, die im Kölner Beethoven-Park Schießübungen unternommen hatten. In den Wohnungen von zwei der Beteiligten entdeckte die Polizei mehrere Gewehre, Pistolen, eine Hakenkreuzfahne und mehrere NS-Symbole. Zumindest einer der Beteiligten war Mitglied der WJ. Hausdurchsuchungen bei zwei Funktionären der WJ Anfang Mai 1981 in Ennepetal förderten zahlreiche Waffen, darunter Karabiner und Pistolen, Munition, Ausrüstungsgegenstände der ehemaligen Wehrmacht sowie WJ-Schriftmaterial zutage. Mitglieder der "Wiking Jugend" sind regelmäßig bei dem jährlichen internationalen Neonazi-Treffen in Belgien vertreten, der Ijzerbedevaart. Am 1. September 1984 kommt es in Bonn zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern der WJ und anderen rechtsextremistischen Jugendgruppen mit Skinheads und Punkern. Dabei werden vier Personen schwer verletzt. Das traditionell bei Hilders an der Rhön veranstaltete "Mahnfeuer" wird an Sylvester 1985 erstmals verboten. MIt dem Treffen an der DDR-Grenze wollen die "Wikinger" ihre Gebietsansprüche gen Osten deutlich machen und ihren antikommunistischen Ressentiments Ausdruck verleihen. 1988 verhindert ein großes Polizeiaufgebot die Veranstaltung, die erstmals gemeinsam mit Mitgliedern der FAP durchgeführt werden soll. Die schon länger andauernden internen Querelen finden im Juni 1985 ihren Höhepunkt in der Abspaltung der Gruppe um den bisherigen Vorsitzenden Rudi Wittig. Diese gründen den "Arbeitskreis Junge Familie" und den "Sturmvogel - Deutscher Jugendbund". Neuer Vorsitzender ist ab dem 8. Juni Wolfgang Nahrath.
Nach dem Verbot der "Wiking Jugend" am 10. November 1994 durch das Bundesministerium des Innern finden deren Mitglieder Aufnahme in der Jugendorganisation der NPD, den Jungen Nationaldemokraten (JN). Der Versuch, das Verbot der "Wiking Jugend" auf gerichtlichem Wege wieder aufzuheben, scheiterte 1999.
Wichtige WJ-Funktionäre waren: Wolfgang Nahrath, sein Sohn Wolfram Nahrath (beide aus Stolberg (Kr. Aachen)), der Liedermacher Frank Rennicke, Jürgen Rieger, Friedhelm Busse, Edda Schmidt (Bisingen), Walter Matthaei (Aachen).
Als Publikationen dienten ?Der Wikinger? und die Jugendzeitung ?Gäck?.
Die WJ ist eine nach dem Führerprinzip geleitete, einer germanisierenden Nordlandideologie nacheifernde Jugendorganisation, die einen Elitecharakter der "nordischen Rasse" annimmt. Sie empfindet sich in der Tradition der ehemaligen "Hitlerjugend" und pflegt antisemitische und antichristliche Tendenzen sowie zahlreiche Kontakte zu rechtsextremistischen Organisationen. Jährlich werden Zeltlager für Kinder und Jugendliche durchgeführt, unter anderem in Hetendorf das sog. Pfingstlager. Im Oktober 1962 hat der Bundesminister des Innern der WJ das Tragen von Uniformen untersagt, was jede öffentliche Darstellung erschwerte. Publizistisches Organ ist das vierteljährlich erscheinende Kampfblatt "Wikinger", das von primitiver Machart ist. Hinzu kommt ein Pimpfenblatt.
Das Frauenbild der WJ orientiert sich am Nationalsozialismus im Sinne "Germanischer Rassenpflege". Entsprechend ist der Platz, der Mädchen und Frauen in diesem Weltbild zugewiesen wird: "Frauen und Mütter sind und bleiben Lebensträger unseres gesamten Volkes." Die Frau ist zugelassen als Mutter, Krankenschwester, Gefährtin und Gehilfin des Mannes. Der weibliche Nachwuchs ist im "Mädelbund" der WJ organisiert.
Am 8. Juli 1979 nahm die Polizei drei Männer fest, die im Kölner Beethoven-Park Schießübungen unternommen hatten. In den Wohnungen von zwei der Beteiligten entdeckte die Polizei mehrere Gewehre, Pistolen, eine Hakenkreuzfahne und mehrere NS-Symbole. Zumindest einer der Beteiligten war Mitglied der WJ. Hausdurchsuchungen bei zwei Funktionären der WJ Anfang Mai 1981 in Ennepetal förderten zahlreiche Waffen, darunter Karabiner und Pistolen, Munition, Ausrüstungsgegenstände der ehemaligen Wehrmacht sowie WJ-Schriftmaterial zutage. Mitglieder der "Wiking Jugend" sind regelmäßig bei dem jährlichen internationalen Neonazi-Treffen in Belgien vertreten, der Ijzerbedevaart. Am 1. September 1984 kommt es in Bonn zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern der WJ und anderen rechtsextremistischen Jugendgruppen mit Skinheads und Punkern. Dabei werden vier Personen schwer verletzt. Das traditionell bei Hilders an der Rhön veranstaltete "Mahnfeuer" wird an Sylvester 1985 erstmals verboten. MIt dem Treffen an der DDR-Grenze wollen die "Wikinger" ihre Gebietsansprüche gen Osten deutlich machen und ihren antikommunistischen Ressentiments Ausdruck verleihen. 1988 verhindert ein großes Polizeiaufgebot die Veranstaltung, die erstmals gemeinsam mit Mitgliedern der FAP durchgeführt werden soll. Die schon länger andauernden internen Querelen finden im Juni 1985 ihren Höhepunkt in der Abspaltung der Gruppe um den bisherigen Vorsitzenden Rudi Wittig. Diese gründen den "Arbeitskreis Junge Familie" und den "Sturmvogel - Deutscher Jugendbund". Neuer Vorsitzender ist ab dem 8. Juni Wolfgang Nahrath.
Nach dem Verbot der "Wiking Jugend" am 10. November 1994 durch das Bundesministerium des Innern finden deren Mitglieder Aufnahme in der Jugendorganisation der NPD, den Jungen Nationaldemokraten (JN). Der Versuch, das Verbot der "Wiking Jugend" auf gerichtlichem Wege wieder aufzuheben, scheiterte 1999.
Wichtige WJ-Funktionäre waren: Wolfgang Nahrath, sein Sohn Wolfram Nahrath (beide aus Stolberg (Kr. Aachen)), der Liedermacher Frank Rennicke, Jürgen Rieger, Friedhelm Busse, Edda Schmidt (Bisingen), Walter Matthaei (Aachen).
Als Publikationen dienten ?Der Wikinger? und die Jugendzeitung ?Gäck?.

