08.09.2006: Nationales Ehrenkomitee 8. Mai, Rechtsextreme am Heldenplatz
Jedes Jahr am 8. Mai veranstalten rechtsextreme und neonazistische Wiener Burschenschaften einen Trauermarsch anläßlich ihrer Militärischen Niederlage vor 60 Jahren. Mit Fackeln ziehen mehrere hundert Rechtsextreme über den Wiener Heldenplatz und legen anschließend vor der Krypta Kränze für die gefallenen deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs nieder.
Bei dieser Veranstaltung (2002) wird eine Art Schulterschluss zwischen der offenen Neonazi-Szene und dem rechtsextremen Flügel der FPÖ vollzogen. Einige Redner aus den vergangenen Jahren: Volksanwalt Ewald Stadler, Ex-NR-Abgeordneter Wolfgang Jung (der den 8. Mai als "Tag der totalen Niederlage" bezeichnet) und im letzten Jahr FPÖ-Wien-Chef Hans Christian Strache, der zur Zeit allorts von rassistischen "Wien darf nicht Istanbul werden"-Plakaten lächelt. Die Geschichte des österreichischen Rechtsextremismus nach 1945 ist undenkbar ohne das vielfältige Wirken der Wiener Burschenschaft ?Olympia?. Einer ihrer bekanntesten Repräsentanten war der mittlerweile verstorbene Gründer des ?Ringes Freiheitlicher Studenten? (RFS), der langjährige Vorsitzende der (verbotenen) ?Nationaldemokratischen
Partei? (NDP) und Südtirolterrorist Norbert Burger. Mitglieder der ?Olympia? waren sowohl in das ?Bumser? - Unwesen der 60er Jahre in Südtirol als auch in die Aktivitäten der neonazistischen NDP verstrickt. Ein anderes bekanntes Mitglied der Burschenschaft ?Olympia? ist der FPÖ - Abgeordnete zum Nationalrat Martin Graf, dessen parlamentarischer Mitarbeiter im Jahr 1996 mit der Vorbereitung des ?Festkommers des
Dritten Lagers? in Wien beschäftigt war. Die Vorbereitung des Festkommers wurde vom Parlamentsklub der Freiheitlichen aus organisiert und die Telefonnummer (+43 1) 40110 - 5842 für allfällige Rückfragen angegeben. Olympia - Sprecher Mathias Konschill solidarisierte sich 1993 in einem Brief an die rechtsextremen ?Fakten? des Horst Jakob Rosenkranz, eines früheren NDP - Aktivisten, mit dem wegen NS - Wiederbetätigung einsitzenden Gottfried Küssel. Im Jahr 1989 stellte der Altherren - Vorsitzende der ?Olympia? Friedrich Stefan, in einer Festschrift fest:
?In Österreich stellt der Kampf gegen die so genannte ?österreichische Nation? eine neue Form des Volkstumskampfes dar. Die nach 1945 neu propagierten ?Nation? wird als bewusster und gewollter Gegensatz zur Deutschen Nation verstanden, der mehr als 90 % aller Österreicher trotz der Einbürgerung vieler fremdvölkischer Menschen in den letzten
Jahren nach wie vor angehören.? Im Jahre 1991 brachte die Olympia beim Burschentag der Deutschen Burschenschaften in Eisenach (BRD) einen Antrag ein, in dem es hieß: ?Die Unterwanderung des deutschen Volkes durch Angehörige von fremden Völkern bedrohte biologische und kulturelle Substanz des deutschen Volkes ... . Das deutsche Volk ist vor der Unterwanderung seines Volkskörpers durch Ausländer wirksam zu schützen.?
1993 gastierte der Neonazibarde Frank Rennicke auf der Bude der ?Olympia? in Wien.
Rennickes Gesänge sind in ihrer Tendenz so eindeutig, daß die Mehrzahl seiner CDs in der BRD als jugendgefährdet indiziert wurde. Rennicke ist außerdem Aktivist der verbotenen neonazistischen ?Wiking - Jugend?.
1996 übernahm die Olympia neuerlich den Vorsitz im großdeutschen Dachverband ?Deutsche Burschenschaften?, was zu einer Abspaltung gemäßigterer Gruppierungen führte. Wer die in diesem Dachverband gepflogene Geisteshaltung kennt, weiß, daß es keine leichte Aufgabe ist, in diesem Milieu - so wie die "Olympia? - als besonders rechtsextrem aufzufallen.
In dem von D. Heither, M. Gehler, A. Kurth, G. Schäfer herausgegebenen Geschichte der Burschenschaften unter dem Titel ?Blut und Paukboden?, erschienen im Fischerverlag, ist unter anderem auf Seite 264 festgehalten, daß die Wiener Burschenschaft ?Olympia? im Jahre 1961 wegen terroristischer Aktivitäten ihrer Mitglieder in Südtirol offiziell aufgelöst wurde.
Neonazis und "Sieg Heil!" schreie am 13.04.2002
Rund 150 Neonazis und Rechtsextreme versammelten sich am 13.4 am Heldenplatz, um gegen die "Wehrmachtsausstellung" zu demonstrieren bzw. auf Transparenten ihren "Großvätern" zu danken. Im Anschluss an die Kundgebung zogen zudem ca. 100 Teilnehmer - mehrheitlich Skinheads - durch die Innenstadt und skandierten "Sieg Heil!" und "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!".
Die Rechtsextreme Gruppeam Heldenplatz setzte sich aus Skinheads und Burschenschaftern, die zum Teil auch Ordnerfunktionen übernahmen, zusammen. Die Burschenschafter, darunter Mathias Konschill (Olympia), der bei den letzten Bezirksvertretungswahlen in Wien für die FPÖ kandidierte, waren allerdings nicht in Uniform erschienen. Laut Augenzeugenberichten trugen mindestens zwei Teilnehmer Hakenkreuze am Ärmel. Vertreter des neonazistischen Deutschen Kollegs aus Würzburg verteilten Flugblätter. Darin stand unter anderem, die "Nähe zu Zielen und Methoden der Westmächte ist vom deutschen Standpunkt aus der einzige gegen Hitler zu erhebende Vorwurf". Der Zweite Weltkrieg wurde zum "antideutschen Vernichtungskreuzzug" umgelogen und über das "Dritte Reich" schrieb das Deutsche Kolleg, es hätte "Europa bis 1945 vor der asiatischen Despotie auf der einen Seite und der Diktatur des Kapitals auf der anderen" gerettet. Aktivisten der rechtsextremen Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP) verteilten ebenfalls Flugblätter.
Als erster Redner trat Clemens Otten (Grenzlandsmannschaft Cimbria) auf. Als Anmelder und Sprecher der Plattform gegen die Schändung des Andenkens Verstorbener begrüßte er die Anwesenden. Auf ihn folgten Wilhelm Ehemayer (National-Konservative Union) und Sascha Gasthuber von der mitveranstaltenden Kameradschaft Germania. Nachdem "Ich hatte einen Kameraden" abgesungen worden war, verließen die Demonstranten unter Polizeischutz den Heldenplatz zwei Stunden vor dem geplanten Ende der Kundgebung. Da die Behörden dem Wunsch des Veranstalters nach einer Beendigung der Eskorte am Josefsplatz nachkamen, konnten noch rund 100 Neonazis grölend über die Kärntnerstraße ziehen.
Karl Pfeifer schreibt:
Ein Blick in den Verfassungsschutzbericht des Bundesdeutschen Verfassungsschutzes hätte genügt, um festzustellen, dass diese Kameradschaften zur "neonazistischen Szene" gehören und diese "Kameradschaft" nichts anderes ist, als ein Versuch, einem Verbot nach dem NS-Verbotsgesetz zu entkommen bzw. zu entgehen.
Die gesetzlichen Grundlagen
Die Republik Österreich hat sich durch den Staatsvertrag von Wien 1955 unverbrüchlich dazu verpflichtet, aus dem österreichischen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben alle Spuren des Nazismus zu entfernen, um zu gewährleisten, dass nationalsozialistische Organisationen nicht in irgendeiner Form wieder ins Leben gerufen werden, und um alle nazistische oder militaristische Tätigkeit und Propaganda in Österreich zu verhindern (Art. 9 Staatsvertrag 1955). Diese Bestimmung steht im Verfassungsrang und hat oberste Maxime für alle Organe und Funktionsträger der Republik Österreich zu sein. Die Bestimmung ist unmittelbar anwendbar und hat die Nichtigkeit aller diesen Geboten widerstreitenden Handlungen zur Folge.
Durch das 1947 erlassene Gesetz, das jede nationalsozialistische Aktivität verbietet und durch die Novellierung dieses Gesetzes ist jegliche Aufforderung oder Verleitung zu nationalsozialistischer Wiederbetätigung und jede "andere" Form der nationalsozialistischen Wiederbetätigung unter Strafe gestellt. klick-nach-rechts.de
Geschichtslügen und Trauer am 8. Mai
Die im Wiener Korporationsring (WKR) zusammengeschlossenen deutschnationalen Studentenverbindungen planen gemeinsam mit dem Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) und dem Ring Volkstreuer Verbände (RVV) Aktionen für den heurigen 8. Mai. Dieser gilt im burschenschaftlichen Milieu nicht als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, sondern als Tag der "totale[n] Niederlage", wie es die Burschenschaft Olympia in ihrer "Festschrift" offen bekennt. Für 18 Uhr 30 war ursprünglich eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Selbstachtung statt Selbsthass - Neuer Umgang mit der Zeitgeschichte" an der Universität Wien geplant. Um 20 Uhr 30 wollen die national-freiheitlichen Korporierten, die ungefähr zu zwanzigst schon die Neonazi-Kundgebung gegen die "Wehrmachtsausstellung" am 13. verstärkt haben, von der Universität wieder auf den Heldenplatz marschieren. Dort ist eine "Heldenehrung" geplant, bei welcher der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Wolfgang Jung (pB! Albia, Bad Ischl) eine "Totenrede" halten soll.
Die Podiumsdiskussion wird zumindest an der Universität nicht stattfinden, da sie vom Rektor untersagt worden ist. An dieser hätten nämlich nicht nur FPÖ-Volksanwalt Ewald Stadler (aS! Skalden, Innsbruck) und Josef Feldner (Kärntner Heimatdienst) teilnehmen sollen, sondern auch der deutsche Rechtsextremist Claus Nordbruch. Der in Südafrika lebende "Publizist" findet seit 1999 in deutschen Verfassungsschutzberichten an prominenter Stelle Erwähnung. Nordbruch trat wiederholt bei Veranstaltungen der Nationaldemokratischen Partei (NPD) in Erscheinung und hat sogar vor dem neonazistischen Milieu "keine Berührungsängste", wie er in einem Interview mit der mittlerweile verbotenen Deutschen Division von Blood&Honour unumwunden kundtat.
Den Kontakten Nordbruchs zum organisierten Neonazismus ist es wohl zuzuschreiben, dass die Podiumsdiskussion und das "Heldengedenken" bereits im März auf der Internetseite Sturm 18 (die Zahl steht für Adolf Hitler) der Kameradschaft NordHessen angekündigt wurde. In Österreich ist Nordbruch bisher als Autor in den rechtsextremen Zeitschriften Aula und Eckartbote sowie im September 2000 als Referent im "Haus der Heimat" und bei der Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP) in Erscheinung getreten. Als Buchautor machte sich Nordbruch für den südafrikanischen Nazi-Putschisten Willem Ratte und den rassistischen "Kampf" der Buren stark. In mehreren Büchern und Aufsätzen behauptet er eine systematische Einschränkung der Meinungsfreiheit in Deutschland und Österreich, womit er vor allem die Strafbarkeit der Holocaust-Leugnung meint. Im Zentralorgan der internationalen Szene der Holocaust-Leugner, dem neonazistischen Journal of Historical Review, fand sich dementsprechend 1999 auch ein Artikel von Nordbruch über die "Political Correctness" in Deutschland.
Auch die Olympia, derzeitige Vorsitzende des WKR, machte sich in der Vergangenheit für "Revisionisten" stark. So heißt es in ihrer "Festschrift": "Wenn ein Deutscher über einzelne 'sensible' Fragen der Geschichte nur in den von den Umerziehern und ihren deutschen Helfern vorgegebenen Bahnen denken und sprechen darf, stellt dies eindeutig einen Mangel an Meinungs- und Redefreiheit und somit auch ein Fehlen der Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre dar." Die behördlichen Schritte gegen die Leugnung des Holocaust und andere Geschichtsfälschungen werden dort als "Rückfall in eine längst überwunden geglaubte Zeit der geistigen Unfreiheit" bezeichnet. Der FPÖ-Nationalrat und Olympe Martin Graf meinte zum NS-Verbotsgesetz: "Es muss in einer demokratischen Welt zulässig sein, ein Gesetz, das die Meinungsfreiheit und die politische Tätigkeit einschränkt, zu kritisieren." (Format 21/2000)
Im Jänner 2001 lud die Olympia zu einem "burschenschaftlichen Abend" unter dem Titel "Die Diktatur der Gutmenschen - Das Ende der Meinungsfreiheit!?". Damals war als Referent unter anderem der prominente Neonazi-Anwalt Herbert Schaller angekündigt. Dessen Ruhm in der Szene geht vor allem auf seinen Einsatz für Gerd Honsik zurück: Mit ihm kämpfte der Jurist jahrelang an der "Gaskammernfront" und gegen die "Holocauster" (HALT 57/1991). Schallers Kampf "wider die Gaskammer" (ebenda) brachte ihm mehrere Disziplinarverfahren ein.
Die Podiumsdiskussion und das "Heldengedenken" des national-freiheitlichen Milieus in Wien ist nicht isoliert zu betrachten: In der deutschen Neonaziszene hat sich bereits ein Nationales Ehrenkomitee 8. Mai, welches zu Aktionen an diesem Tag aufruft, etabliert. Im "Forum" des Wikinger-Versandes, wo schon massiv zur Kundgebung am 13. April aufgerufen worden ist, heißt es dazu: "Das große Ringen um die Freiheit unseres Volkes endete mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht. [...] Von den Besatzern eingesetzte Verräter am eigenen Volk sind dabei, die Opfer unseres Volkes zu verhöhnen, die Ehre unserer tapferen Soldaten zu beschmutzen und letztlich die Seele unseres Volkes zu zerstören. Der 8. Mai ist nunmehr zum Tag der Ehre gemacht worden. Wenn die Verräter am 8. Mai die Niederlage des deutschen Volkes feiern, werden wir mit unserem Ehrendienst auch an diesem Tag den nationalen Widerstand ins Volk tragen!"
Etwas vorsichtiger formulierte die Olympia ihre Gedanken zum 8. Mai in der bereits erwähnten "Festschrift": "Gleich nach Kriegsende setzte die von den Siegern betriebene systematische Umerziehung (reeducation) ein, die einen intensiven Wandel des Denkens, der Empfindungen und Verhaltensweisen erreichen wollte und auch erreichte. Alle Ideen und Überzeugungen, die nach Meinung der Sieger zu der politischen, moralischen und charakterlichen Korrumpierung der Deutschen geführt hatten, sollten ein für allemal ausgerottet werden. [...] Die entstandene geistig-kulturelle Bewusstseinslücke wurde durch die Etablierung der westlich-pluralistischen Gesellschaftsform 'ausgefüllt'."
Folgende Politiker werden auf der ?Heimatseite? der Burschenschaft Olympia Wien als Trauerredner für den 8.Mai 2002 aufgeführt:
Mag. Herbert Haupt - Bundesminister
Dr. Jörg Haider - Landeshauptmann
Dr. Reinhart Waneck - Staatssekretär
Mag. Ewald Stadler - Volksanwalt
Dipl. Ing. Jörg Freunschlag - Landtagspräsident
Dr. Hans Achatz Landesregierungsmitglied
Johann Herzog - Landesregierungsmitglied
DDr. Eduard Schock - Landesregierungsmitglied
Dr. Reinhard Bösch - Nationalratsabgeordneter
Dr. Martin Graf - Nationalratsabgeordneter
Bgdr. Wolfgang Jung - Nationalratsabgeordneter
Dr. Bernd Lindinger - Bundesrat
Mag. Franz Obermayer - Vizebürgermeister
Günther Barnet - Landtagsabgeordneter
Kurth Bodo Blind - Landtagsabgeordneter
Mag. Gerald Ebinger - Landtagsabgeordneter
Mag. Helmut Kowarik - Landtagsabgeordneter
Ing. Herbert Rudolf - Landtagsabgeordneter
Mag. Harald Stefan - Landtagsabgeordneter
Heinz-Christian Strache - Landtagsabgeordneter
Lutz Weinzinger - Landtagsabgeordneter
Mag. Dieter Langer ? Vizepräsident
Bei dieser Veranstaltung (2002) wird eine Art Schulterschluss zwischen der offenen Neonazi-Szene und dem rechtsextremen Flügel der FPÖ vollzogen. Einige Redner aus den vergangenen Jahren: Volksanwalt Ewald Stadler, Ex-NR-Abgeordneter Wolfgang Jung (der den 8. Mai als "Tag der totalen Niederlage" bezeichnet) und im letzten Jahr FPÖ-Wien-Chef Hans Christian Strache, der zur Zeit allorts von rassistischen "Wien darf nicht Istanbul werden"-Plakaten lächelt. Die Geschichte des österreichischen Rechtsextremismus nach 1945 ist undenkbar ohne das vielfältige Wirken der Wiener Burschenschaft ?Olympia?. Einer ihrer bekanntesten Repräsentanten war der mittlerweile verstorbene Gründer des ?Ringes Freiheitlicher Studenten? (RFS), der langjährige Vorsitzende der (verbotenen) ?Nationaldemokratischen
Partei? (NDP) und Südtirolterrorist Norbert Burger. Mitglieder der ?Olympia? waren sowohl in das ?Bumser? - Unwesen der 60er Jahre in Südtirol als auch in die Aktivitäten der neonazistischen NDP verstrickt. Ein anderes bekanntes Mitglied der Burschenschaft ?Olympia? ist der FPÖ - Abgeordnete zum Nationalrat Martin Graf, dessen parlamentarischer Mitarbeiter im Jahr 1996 mit der Vorbereitung des ?Festkommers des
Dritten Lagers? in Wien beschäftigt war. Die Vorbereitung des Festkommers wurde vom Parlamentsklub der Freiheitlichen aus organisiert und die Telefonnummer (+43 1) 40110 - 5842 für allfällige Rückfragen angegeben. Olympia - Sprecher Mathias Konschill solidarisierte sich 1993 in einem Brief an die rechtsextremen ?Fakten? des Horst Jakob Rosenkranz, eines früheren NDP - Aktivisten, mit dem wegen NS - Wiederbetätigung einsitzenden Gottfried Küssel. Im Jahr 1989 stellte der Altherren - Vorsitzende der ?Olympia? Friedrich Stefan, in einer Festschrift fest:
?In Österreich stellt der Kampf gegen die so genannte ?österreichische Nation? eine neue Form des Volkstumskampfes dar. Die nach 1945 neu propagierten ?Nation? wird als bewusster und gewollter Gegensatz zur Deutschen Nation verstanden, der mehr als 90 % aller Österreicher trotz der Einbürgerung vieler fremdvölkischer Menschen in den letzten
Jahren nach wie vor angehören.? Im Jahre 1991 brachte die Olympia beim Burschentag der Deutschen Burschenschaften in Eisenach (BRD) einen Antrag ein, in dem es hieß: ?Die Unterwanderung des deutschen Volkes durch Angehörige von fremden Völkern bedrohte biologische und kulturelle Substanz des deutschen Volkes ... . Das deutsche Volk ist vor der Unterwanderung seines Volkskörpers durch Ausländer wirksam zu schützen.?
1993 gastierte der Neonazibarde Frank Rennicke auf der Bude der ?Olympia? in Wien.
Rennickes Gesänge sind in ihrer Tendenz so eindeutig, daß die Mehrzahl seiner CDs in der BRD als jugendgefährdet indiziert wurde. Rennicke ist außerdem Aktivist der verbotenen neonazistischen ?Wiking - Jugend?.
1996 übernahm die Olympia neuerlich den Vorsitz im großdeutschen Dachverband ?Deutsche Burschenschaften?, was zu einer Abspaltung gemäßigterer Gruppierungen führte. Wer die in diesem Dachverband gepflogene Geisteshaltung kennt, weiß, daß es keine leichte Aufgabe ist, in diesem Milieu - so wie die "Olympia? - als besonders rechtsextrem aufzufallen.
In dem von D. Heither, M. Gehler, A. Kurth, G. Schäfer herausgegebenen Geschichte der Burschenschaften unter dem Titel ?Blut und Paukboden?, erschienen im Fischerverlag, ist unter anderem auf Seite 264 festgehalten, daß die Wiener Burschenschaft ?Olympia? im Jahre 1961 wegen terroristischer Aktivitäten ihrer Mitglieder in Südtirol offiziell aufgelöst wurde.
Neonazis und "Sieg Heil!" schreie am 13.04.2002
Rund 150 Neonazis und Rechtsextreme versammelten sich am 13.4 am Heldenplatz, um gegen die "Wehrmachtsausstellung" zu demonstrieren bzw. auf Transparenten ihren "Großvätern" zu danken. Im Anschluss an die Kundgebung zogen zudem ca. 100 Teilnehmer - mehrheitlich Skinheads - durch die Innenstadt und skandierten "Sieg Heil!" und "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!".
Die Rechtsextreme Gruppeam Heldenplatz setzte sich aus Skinheads und Burschenschaftern, die zum Teil auch Ordnerfunktionen übernahmen, zusammen. Die Burschenschafter, darunter Mathias Konschill (Olympia), der bei den letzten Bezirksvertretungswahlen in Wien für die FPÖ kandidierte, waren allerdings nicht in Uniform erschienen. Laut Augenzeugenberichten trugen mindestens zwei Teilnehmer Hakenkreuze am Ärmel. Vertreter des neonazistischen Deutschen Kollegs aus Würzburg verteilten Flugblätter. Darin stand unter anderem, die "Nähe zu Zielen und Methoden der Westmächte ist vom deutschen Standpunkt aus der einzige gegen Hitler zu erhebende Vorwurf". Der Zweite Weltkrieg wurde zum "antideutschen Vernichtungskreuzzug" umgelogen und über das "Dritte Reich" schrieb das Deutsche Kolleg, es hätte "Europa bis 1945 vor der asiatischen Despotie auf der einen Seite und der Diktatur des Kapitals auf der anderen" gerettet. Aktivisten der rechtsextremen Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP) verteilten ebenfalls Flugblätter.
Als erster Redner trat Clemens Otten (Grenzlandsmannschaft Cimbria) auf. Als Anmelder und Sprecher der Plattform gegen die Schändung des Andenkens Verstorbener begrüßte er die Anwesenden. Auf ihn folgten Wilhelm Ehemayer (National-Konservative Union) und Sascha Gasthuber von der mitveranstaltenden Kameradschaft Germania. Nachdem "Ich hatte einen Kameraden" abgesungen worden war, verließen die Demonstranten unter Polizeischutz den Heldenplatz zwei Stunden vor dem geplanten Ende der Kundgebung. Da die Behörden dem Wunsch des Veranstalters nach einer Beendigung der Eskorte am Josefsplatz nachkamen, konnten noch rund 100 Neonazis grölend über die Kärntnerstraße ziehen.
Karl Pfeifer schreibt:
Ein Blick in den Verfassungsschutzbericht des Bundesdeutschen Verfassungsschutzes hätte genügt, um festzustellen, dass diese Kameradschaften zur "neonazistischen Szene" gehören und diese "Kameradschaft" nichts anderes ist, als ein Versuch, einem Verbot nach dem NS-Verbotsgesetz zu entkommen bzw. zu entgehen.
Die gesetzlichen Grundlagen
Die Republik Österreich hat sich durch den Staatsvertrag von Wien 1955 unverbrüchlich dazu verpflichtet, aus dem österreichischen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben alle Spuren des Nazismus zu entfernen, um zu gewährleisten, dass nationalsozialistische Organisationen nicht in irgendeiner Form wieder ins Leben gerufen werden, und um alle nazistische oder militaristische Tätigkeit und Propaganda in Österreich zu verhindern (Art. 9 Staatsvertrag 1955). Diese Bestimmung steht im Verfassungsrang und hat oberste Maxime für alle Organe und Funktionsträger der Republik Österreich zu sein. Die Bestimmung ist unmittelbar anwendbar und hat die Nichtigkeit aller diesen Geboten widerstreitenden Handlungen zur Folge.
Durch das 1947 erlassene Gesetz, das jede nationalsozialistische Aktivität verbietet und durch die Novellierung dieses Gesetzes ist jegliche Aufforderung oder Verleitung zu nationalsozialistischer Wiederbetätigung und jede "andere" Form der nationalsozialistischen Wiederbetätigung unter Strafe gestellt. klick-nach-rechts.de
Geschichtslügen und Trauer am 8. Mai
Die im Wiener Korporationsring (WKR) zusammengeschlossenen deutschnationalen Studentenverbindungen planen gemeinsam mit dem Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) und dem Ring Volkstreuer Verbände (RVV) Aktionen für den heurigen 8. Mai. Dieser gilt im burschenschaftlichen Milieu nicht als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, sondern als Tag der "totale[n] Niederlage", wie es die Burschenschaft Olympia in ihrer "Festschrift" offen bekennt. Für 18 Uhr 30 war ursprünglich eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Selbstachtung statt Selbsthass - Neuer Umgang mit der Zeitgeschichte" an der Universität Wien geplant. Um 20 Uhr 30 wollen die national-freiheitlichen Korporierten, die ungefähr zu zwanzigst schon die Neonazi-Kundgebung gegen die "Wehrmachtsausstellung" am 13. verstärkt haben, von der Universität wieder auf den Heldenplatz marschieren. Dort ist eine "Heldenehrung" geplant, bei welcher der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Wolfgang Jung (pB! Albia, Bad Ischl) eine "Totenrede" halten soll.
Die Podiumsdiskussion wird zumindest an der Universität nicht stattfinden, da sie vom Rektor untersagt worden ist. An dieser hätten nämlich nicht nur FPÖ-Volksanwalt Ewald Stadler (aS! Skalden, Innsbruck) und Josef Feldner (Kärntner Heimatdienst) teilnehmen sollen, sondern auch der deutsche Rechtsextremist Claus Nordbruch. Der in Südafrika lebende "Publizist" findet seit 1999 in deutschen Verfassungsschutzberichten an prominenter Stelle Erwähnung. Nordbruch trat wiederholt bei Veranstaltungen der Nationaldemokratischen Partei (NPD) in Erscheinung und hat sogar vor dem neonazistischen Milieu "keine Berührungsängste", wie er in einem Interview mit der mittlerweile verbotenen Deutschen Division von Blood&Honour unumwunden kundtat.
Den Kontakten Nordbruchs zum organisierten Neonazismus ist es wohl zuzuschreiben, dass die Podiumsdiskussion und das "Heldengedenken" bereits im März auf der Internetseite Sturm 18 (die Zahl steht für Adolf Hitler) der Kameradschaft NordHessen angekündigt wurde. In Österreich ist Nordbruch bisher als Autor in den rechtsextremen Zeitschriften Aula und Eckartbote sowie im September 2000 als Referent im "Haus der Heimat" und bei der Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP) in Erscheinung getreten. Als Buchautor machte sich Nordbruch für den südafrikanischen Nazi-Putschisten Willem Ratte und den rassistischen "Kampf" der Buren stark. In mehreren Büchern und Aufsätzen behauptet er eine systematische Einschränkung der Meinungsfreiheit in Deutschland und Österreich, womit er vor allem die Strafbarkeit der Holocaust-Leugnung meint. Im Zentralorgan der internationalen Szene der Holocaust-Leugner, dem neonazistischen Journal of Historical Review, fand sich dementsprechend 1999 auch ein Artikel von Nordbruch über die "Political Correctness" in Deutschland.
Auch die Olympia, derzeitige Vorsitzende des WKR, machte sich in der Vergangenheit für "Revisionisten" stark. So heißt es in ihrer "Festschrift": "Wenn ein Deutscher über einzelne 'sensible' Fragen der Geschichte nur in den von den Umerziehern und ihren deutschen Helfern vorgegebenen Bahnen denken und sprechen darf, stellt dies eindeutig einen Mangel an Meinungs- und Redefreiheit und somit auch ein Fehlen der Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre dar." Die behördlichen Schritte gegen die Leugnung des Holocaust und andere Geschichtsfälschungen werden dort als "Rückfall in eine längst überwunden geglaubte Zeit der geistigen Unfreiheit" bezeichnet. Der FPÖ-Nationalrat und Olympe Martin Graf meinte zum NS-Verbotsgesetz: "Es muss in einer demokratischen Welt zulässig sein, ein Gesetz, das die Meinungsfreiheit und die politische Tätigkeit einschränkt, zu kritisieren." (Format 21/2000)
Im Jänner 2001 lud die Olympia zu einem "burschenschaftlichen Abend" unter dem Titel "Die Diktatur der Gutmenschen - Das Ende der Meinungsfreiheit!?". Damals war als Referent unter anderem der prominente Neonazi-Anwalt Herbert Schaller angekündigt. Dessen Ruhm in der Szene geht vor allem auf seinen Einsatz für Gerd Honsik zurück: Mit ihm kämpfte der Jurist jahrelang an der "Gaskammernfront" und gegen die "Holocauster" (HALT 57/1991). Schallers Kampf "wider die Gaskammer" (ebenda) brachte ihm mehrere Disziplinarverfahren ein.
Die Podiumsdiskussion und das "Heldengedenken" des national-freiheitlichen Milieus in Wien ist nicht isoliert zu betrachten: In der deutschen Neonaziszene hat sich bereits ein Nationales Ehrenkomitee 8. Mai, welches zu Aktionen an diesem Tag aufruft, etabliert. Im "Forum" des Wikinger-Versandes, wo schon massiv zur Kundgebung am 13. April aufgerufen worden ist, heißt es dazu: "Das große Ringen um die Freiheit unseres Volkes endete mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht. [...] Von den Besatzern eingesetzte Verräter am eigenen Volk sind dabei, die Opfer unseres Volkes zu verhöhnen, die Ehre unserer tapferen Soldaten zu beschmutzen und letztlich die Seele unseres Volkes zu zerstören. Der 8. Mai ist nunmehr zum Tag der Ehre gemacht worden. Wenn die Verräter am 8. Mai die Niederlage des deutschen Volkes feiern, werden wir mit unserem Ehrendienst auch an diesem Tag den nationalen Widerstand ins Volk tragen!"
Etwas vorsichtiger formulierte die Olympia ihre Gedanken zum 8. Mai in der bereits erwähnten "Festschrift": "Gleich nach Kriegsende setzte die von den Siegern betriebene systematische Umerziehung (reeducation) ein, die einen intensiven Wandel des Denkens, der Empfindungen und Verhaltensweisen erreichen wollte und auch erreichte. Alle Ideen und Überzeugungen, die nach Meinung der Sieger zu der politischen, moralischen und charakterlichen Korrumpierung der Deutschen geführt hatten, sollten ein für allemal ausgerottet werden. [...] Die entstandene geistig-kulturelle Bewusstseinslücke wurde durch die Etablierung der westlich-pluralistischen Gesellschaftsform 'ausgefüllt'."
Folgende Politiker werden auf der ?Heimatseite? der Burschenschaft Olympia Wien als Trauerredner für den 8.Mai 2002 aufgeführt:
Mag. Herbert Haupt - Bundesminister
Dr. Jörg Haider - Landeshauptmann
Dr. Reinhart Waneck - Staatssekretär
Mag. Ewald Stadler - Volksanwalt
Dipl. Ing. Jörg Freunschlag - Landtagspräsident
Dr. Hans Achatz Landesregierungsmitglied
Johann Herzog - Landesregierungsmitglied
DDr. Eduard Schock - Landesregierungsmitglied
Dr. Reinhard Bösch - Nationalratsabgeordneter
Dr. Martin Graf - Nationalratsabgeordneter
Bgdr. Wolfgang Jung - Nationalratsabgeordneter
Dr. Bernd Lindinger - Bundesrat
Mag. Franz Obermayer - Vizebürgermeister
Günther Barnet - Landtagsabgeordneter
Kurth Bodo Blind - Landtagsabgeordneter
Mag. Gerald Ebinger - Landtagsabgeordneter
Mag. Helmut Kowarik - Landtagsabgeordneter
Ing. Herbert Rudolf - Landtagsabgeordneter
Mag. Harald Stefan - Landtagsabgeordneter
Heinz-Christian Strache - Landtagsabgeordneter
Lutz Weinzinger - Landtagsabgeordneter
Mag. Dieter Langer ? Vizepräsident

