Die Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte ist eine 1951 von Helene Elisabeth Prinzessin von Isenburg (1900?1974) gegründete Hilfsorganisation für inhaftierte, verurteilte und flüchtige NS-Kriegsverbrecher. Schon ab 1946 unterstützten Helfer, die später in der ?Stillen Hilfe? auch öffentlich aktiv wurden, die Flucht von gesuchten NS-Tätern über die von den Alliierten als Rattenlinie bezeichnete Fluchtroute vor allem nach Südamerika. So konnten z. B. Adolf Eichmann, Johann von Leers, Walter Rauff und Josef Mengele nach Argentinien entkommen. Dabei arbeiteten die Helfer eng mit der Organisation ?Odessa? (Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen) und Bischof Alois Hudal in Rom zusammen. 1949 gründeten Weihbischof Johannes Neuhäusler und Altlandesbischof Theophil Wurm die ?Christliche Gefangenenhilfe?.

Seit Jahren hat die ?Stille Hilfe? ein prominentes Aushängeschild: Gudrun Burwitz, die Tochter Heinrich Himmlers, von diesem gern ?Püppi? genannt, ist ein Idol der ?Stillen Hilfe? und in deren Umkreis. Bei einschlägigen Versammlungen wie dem Ulrichsbergtreffen in Österreich trat sie als Star und Autorität zugleich auf. Gudrun Burwitz, geboren am 8. August 1929, engagierte sich in den letzten Jahren intensiv für NS-Täter.
Das zeigte sich besonders im Fall Anton Malloth. Malloth, der rund 40 Jahre in Meran unbehelligt gelebt hatte, wurde 1988 von Italien an Deutschland ausgeliefert und für seine Taten als Aufseher in der Kleinen Festung Theresienstadt nach einem langjährigen Ermittlungsverfahren im Jahr 2001 zu lebenslänglicher Haft verurteilt. In der Zeit von 1988 bis 2001 lebte Malloth in Pullach am Südrand Münchens. Gudrun Burwitz hatte ihm dort im Auftrag der ?Stillen Hilfe? ein Zimmer in einem Seniorenheim mit gehobenem Niveau besorgt, das pikanterweise auf einem Grundstück erbaut ist, das zur NS-Zeit dem ?Stellvertreter des Führers?, Rudolf Heß, gehört hatte. Als Ende der 90er Jahre publik wurde, dass die Sozialhilfeverwaltung (und damit die deutschen Steuerzahler) zu einem großen Teil die beträchtlichen laufenden Kosten für den Seniorenheimaufenthalt Malloths übernommen hatte, gab es in der Medienöffentlichkeit erhebliche Kritik ? auch an der Beteiligung der Himmler-Tochter Gudrun Burwitz.

Eine Artikel von Andrea Röpke eine Rezension von Karl Pfeifer:

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